Seit mittlerweile mehr als einem Monat sind die beiden Elektrolokomotiven der Baureihe 146 im Expresskreuz Bremen–Niedersachsen im Einsatz, überwiegend auf der Strecke nach Norddeich. Die Fahrzeuge wurden im Rahmen eines Übergangskonzepts angemietet, da sich die Auslieferung der neuen Doppelstocktriebzüge des Herstellers Alstom weiter verzögert.
Die Lokomotiven werden von DB Regio eingesetzt und ziehen klassische Doppelstockwagenzüge mit dem 160km/h schnellen Regionalexpress. Ziel ist es, das Angebot bis zur Inbetriebnahme der neuen Fahrzeuge stabil und zuverlässig anzubieten und Engpässe im Fahrzeugpark zu überbrücken.
Parallel dazu ist der von der SRI Rail Invest bereitgestellte Doppelstockzug zwischen Bremerhaven und Osnabrück im Einsatz. Das mittelständische Eisenbahnunternehmen WFL (Potsdam) übernimmt dabei mit weiteren eigenen Doppelstockzügen und Lokomotiven den operativen Betrieb, und fährt mit eigenem Personal die Leistungen eigenständig im Verkehrsvertrag von DB Regio.
Ein solches Modell, bei dem das regulär beauftragte Eisenbahnverkehrsunternehmen mit einem mittelständischen Nachunternehmer ein anspruchsvolles Ersatzkonzept darstellt, wurde aufgrund der angespannten Fahrzeugverfügbarkeit notwendig und hat sich zuvor z.B. schon in Süddeutschland bewährt.
Über den Jahreswechsel hatten wir dann viele Tage Dauerfrost und Schnee. Damit hatten Mensch und Maschine durchaus Mühe, aber der Betrieb konnte mit großer Anstrengung und mit motiviertem Personal auch bei widrigen Wetterbedingungen aufrecht erhalten werden.

Die Instandhaltung der Fahrzeuge ist bei der hohen Laufleistung und Beanspruchung äußerst aufwändig und anspruchsvoll, sind doch alle Werkstätten hochgradig ausgelastet. Der Doppelstockzug durchläuft alle vier Wochen eine intensive Wartung. Anfang Januar wurde der Zug dafür zuerst nach Hamburg und danach sogar bis nach Berlin in eine Werkstatt überführt. Dazwischen gibt es im täglichen Betrieb nur wenige Zeitfenster für Reparaturen. In nächtlichen Zeitfenstern wird jede Woche mit mobilen Technikern versucht, was möglich ist zu reparieren.
Das Übergangskonzept wurde gemeinsam von Alstom mit dem Aufgabenträger, der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, umgesetzt. Die LNVG hatte die neuen Fahrzeuge ursprünglich für den Fahrplanwechsel 2024 bestellt, die Inbetriebnahme verzögert sich jedoch voraussichtlich bis mindestens Herbst 2026.
Titelbild: Ihno Hamel


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